Déjà-vu oder von Regierungen die nichts gelernt haben

Erinnert euch doch mal mit mir gemeinsam an Herbst 2020. 41 Woche (die begann am 5. Oktober), die Inzidenz liegt bei 31,42 /je 100.000 Einwohner. Die MinisterpräsidentInnen und die Bundeskanzlerin beschließen Ende Oktober den „lockdown light“. Die bundesweite Inzidenz liegt da schon bei 133 je 100.000 Einwohner. (44. Woche 2020) Gottesdienste dürfen weiter stattfinden, Schulen und Kita’s bleiben geöffnet.Anfang Dezember (50. Woche) liegt die Inzidenz bei 183 je 100.000 Einwohner, eine Woche später bei 210 je 100.000 Einwohner. Es folgt der s.g. „harte Lockdown“. Die Inzidenz bleibt bis in die 3. Woche 2021 bei über 100. 4 Wochen später stöhnen die Intensivstationen unter der Last von mehr als 5700 mit Covid-Patienten belegte Intensivbetten.Das war noch ohne die Varianten von Covid-19! März 2021: Die MinisterpräsidentInnen und die Bundeskanzlerin kassieren den Zielwert Inzidenz bei 35 je 100.000 und beschließen Lockerungen je nach Inzidenz mit einem Pseudoplan und allerdings jeder Menge Hintertürchen. Die s.g. Notbremse ist gar keine. Brandenburg setzt sie mal eben auf 200. Thüringen macht das durch die Hintertür in seiner Coronaverordnung ebenfalls. Das RKI sagt eine Inzidenz nach Ostern von über 200 voraus. Die Modellierungen gehen von Werten deutlich über 300 aus.Wenn man jetzt in die Kommunen guckt die die 100er Marke deutlich gerissen haben sieht und hört man nirgends das quietschen von Notbremsen. Nehmen wir mal den Landkreis Greiz in Thüringen (Aktuell 17.3.2021 bei 525): Zitat von der Webseite des Landkreises: „Der 7-Tage-Inzidenzwert von 300 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner wurde im Landkreis Greiz an fünf aufeinander folgenden Tagen überschritten.Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Versammlungen mit mehr als 10 Personen unter freiem Himmel und in geschlossenen Räumen verboten. Wie bitte? Was soll das???? So steht‘s im Protokoll der MinisterpräsidentInnen vom 3.3.2021:„Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft (Notbremse).“Das Protokoll ist offensichtlich nicht mal das Papier wert auf dem es gedruckt wurde.Und jetzt gucken wir noch mal auf die Intensivstationen:Vorausgesetzt die britische Variante ist „nur“ infektiöser und macht nicht wie manche Virologen befürchten auch noch mehr schwere Verläufe, haben wir spätestens 4 Wochen nach Ostern mehr als 8000 mit Covid-19-Patienten belegte Intensivbetten. Sollte die Einschätzung der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) und des RKI richtig sein, wird es auch eine höhere Fallsterblichkeit geben. Statt 2,5 Tote je 1000 Infizierte könnten es dann 4,1 Tote sein. Was bedeuten könnte wir hätten dann nicht wie Dez. 20 und Januar 21 über 20000 Todesfälle im Monat, sondern ab Mai über 40000 Tote durch Covid-19 jeden Monat.Ich verstehe vor diesem Hintergrund das agieren der MinisterpäsidentInnen nicht. Ich finde es verantwortungslos, dumm und ignorant!


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