Billige Energie im Europa der Konzerne

Europa entwickelt sich immer mehr zum Europa der Konzerne, der Banken und Spekulanten. Auch der neue Plan die die energieintensive Industrie von den Energiekosten zu entlasten ist ein weiterer Schritt in Richtung auf ein Europa in der die Interessen der Bürger und Bürgerinnen keine Rolle mehr spielen.
Eine in der breiten Masse gut verdienende Industrie jammert nun über die hohen Energiekosten die angeblich die Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze gefährden.Die Industrie verlangt von den Regierungen der Euro Staaten die vereinbarten Klimaziele zu überprüfen. Es dürfte beabsichtigt sein, dass mit dieser Forderung auch ein Wechsel in der Klimapolitik Europas angestrebt wird. Angeblich ist die Förderung der erneuerbaren Energien Ursache für ein aus Sicht der Industrie viel zu hohen Energiepreis.
Dies gefährdet die in Deutschland und inzwischen auch in anderen EU-Ländern angestrebte Energiewende. Es scheint aber so das eine ganze Reihe europäischer Regierungschefs bereit sind diesen Forderungen der Industrie nachzukommen. Dreimal darf man raten wir am Ende die Zeche bezahlen wird: natürlich der normale Steuerzahler der mit seiner Hände Arbeit und seinem Konsum die Gewinne der Industrie erarbeitet. Viele Bürger sind bereit die Kosten einer Energiewende mitzutragen. Jeder Bürger sollte sich aber überlegen ob er bereit ist, mit einer noch größeren Belastung die Gewinne der so genannten energieintensiven Industrie zu finanzieren. denn immerhin, legt man die 7 Milliarden € zu Grunde, die 2013 der Industrie erspart bleiben, wäre das für jeden deutschen Durchschnittshaushalt etwa 170 € jährlich an Entlastung.

Nehmen wir ein Beispiel aus der Liste für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Anfang Mai veröffentlicht hat.
Die Bayer MaterialScience AG. Dieses Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2012 ein Ergebnis von 1,25 Milliarden €.
Oder nehmen wir die Heidelberger Zement AG. Im Jahr 2012 weiße Geschäftsbericht des Unternehmens ein operatives Ergebnis von 1,613 Milliarden € aus.
Das sind nur zwei Beispiele aus der inzwischen 2262 Positionen langen Liste der Unternehmen die von der Energiekosten bereits jetzt schon entlastet werden.

Es ist sicher richtig dass es in Deutschland Industrieunternehmen gibt die zurzeit nur geringer oder gar keine Gewinne einfahren. Aber ob dieser Zusammenhang zwischen Energiekosten und der Gewinnsituation der Unternehmen tatsächlich stimmt darf man bezweifeln. Bisher war es immer so das das Jammern einzelner Branchen oder Industrieunternehmen und die damit verbundene Drohung des Abbaus von Arbeitsplätzen dazu geführt hat dass die Politik letztlich diesem Drängen nachgegeben hat. Man darf mit Recht annehmen dass die jetzt geplante weitere Entlastung der Konzerne Bestandteil eines Umverteilungsmechanismus ist der dafür sorgt, dass die Kosten der Energiewende auf die 90 % der von Einkommen aus Arbeit abhängigen Bürger umgelegt wird. Daneben werden durch solche Subventionen still und klammheimlich Gewinne in die Taschen großer Konzerne gespült.

Ein Beispiel, wie die Industrie ihre Kosten in der Vergangenheit reduziert hat zeigt die Doku „Versenkt und Vergessen“. Da geht es auch um billige Energie aus Kernkraftwerken. Die Risiken für die Umwelt spielte keine Rolle. Die Industrie brauchte billige Energie.


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